Rassegeflügelausstellung 2026 (eigentlich 2025!)

Rassegeflügel-Ausstellung des KTZV Simmern

 

Das ging ja mal flott!

Und das in jeder Beziehung!

 

Bedingt durch die Vogelgrippe und der damit verbundenen Probleme mussten wir unsere für den November 2025 geplante Ausstellung leider absagen. Das war ein herber Schlag für alle Beteiligten. Bis auf die letzte Minute versuchten die Vorstandsmitglieder, das Ganze abzuwenden, aber die bis Ende des Jahres verhängte Stallpflicht konnten auch wir nicht verhindern. Es sollte wohl nicht sein...

Aus einer während der Vorstands-Videokonferenz halb scherzhaft in den Raum geworfener Bemerkung ("Verschieben wir doch in den Januar; früher waren die Ausstellungen immer im Januar") entstand ein kleiner Funke der Hoffnung und unsere Ausstellungsleitung nahm sofort die Späne in die Hand, um das Feuer weiter anzufachen. Breits am darauffolgenden Tag streckte Detlef seine Fühler in Richtung Kreisverwaltung aus und bekam zumindest keine unmittelbare Absage für unser Vorhaben. Als Termin guckten wir uns sogleich den 18. Januar 2026 aus.

Dennoch wollte sich keiner auf der verantwortlichen Behörde - verständlicherweise - abschließend äußern, konnte doch niemand absehen, wie sich das Seuchengeschehen entwickeln würde. Einen kurzen Dämpfer erfuhren wir noch einmal, als die Stallpflicht bis zum 31. Dezember verlängert wurde. Für den 18. Januar 2026 hatten wir die Ausstellung geplant; Meldeschluss sollte der 1.1.2026 sein...

Nie war eine Ausstellung bei uns mit solch heißer Nadel gestrickt, selten war sie kurzfristiger, aber der KTZV ist schon häufiger ungewöhnliche Wege gegangen - und die Mitglieder zogen jedes Mal mit und machten das eigentlich Unmögliche möglich. Denken wir nur an die Jungtierausstellung 2020 in Corona-Zeiten, die eigentlich nur eine Bewertung war, unseren Züchtern jedoch - besonders den neuen - wertvolle Hinweise für die Zusammenstellung ihrer Zuchtstämme an die Hand gaben. Oder die Bezirksverbandsausstellung 2021 im Bürgerhaus in Gemünden, an der trotz ungünstigster Voraussetzungen fast 300 Tiere ausgestellt und unter Sicherheits- und Hygienevorschriften, die sich bis dahin niemand vorstellen konnte, einem zwar reduzierten, aber mehr als interessierten Publikum präsentiert werden konnten.

 

Dieses Mal waren zwischen der - zugegeben vorsichtigen - Zusage des Kreisveterinäramtes und der eigentlichen Ausstellung noch nicht einmal zwei Wochen Zeit, aber so schnell wollte niemand die Flinte ins Korn werfen. Die ausstellenden Züchter hatten im Vorfeld ihre ungefähre Tierzahl genannt, also organisierte die Ausstellungsleitung die angeordneten Bestandskontrollen in den betroffenen Geflügelbeständen, und letztlich konnten 129 Hühner, Zwerghühner, Wachteln, Tauben und sogar ein Paar Bronzeputen der Öffentlichkeit gezeigt werden.

 

Aufgrund der Kurzfristigkeit der Ausstellung konnte niemand absehen, wie der Zulauf am betreffenden Tag sein würde. Die Werbung lief ausschließlich über WhatsApp, Mundpropaganda, Social Media und die Gemeinde Gemünden, die die Veranstaltung zusätzlich über ihre eigenen Kanäle bewarb.

Der Besucherandrang war enorm! Damit hatte tatsächlich niemand gerechnet und zwischendurch bestanden durchaus Bedenken, dass das Essen nicht reichen würde. Fleischkäse und Kuchen gingen fast Null auf Null auf, den ganzen Tag gaben sich besonders Familien mit Kindern und zahlreiche Züchter die Klinke in die Hand. Es war zu spüren, wie sehr sich besonders die Züchterinnen und Züchter auf diese Veranstaltung gefreut hatten und die Gelegenheit beim Schopf packten, sich auszutauschen und sich die Zuchtergebnisse anderer anzusehen.

Erst gegen 15 Uhr, als die Siegerehrung stattfand, flaute der Besucherstrom ab und so konnten vor einem vollen Haus die Leistungspreise ausgegeben werden. Anschließend wurden die Tiere ausgesetzt und die Käfige abgebaut, und so war bereits gegen 17.30 Uhr wieder "Klar Schiff" im Vereinsheim des KTZV.

 

Hier die Erringer der Leistungspreise:

Den Preis für die vier besten Tiere beiderlei Geschlechts und damit das LV-Ehrenband erhielt die Zuchtgemeinschaft Braun & Guse mit 385 Punkten auf Japanische Legewachtel wildfarbig.

Das BV-Ehrenband für die vier zweitbesten Tiere beiderlei Geschlechts ging ebenfalls an die ZG Braun & Guse auf Japanische Legewachteln braun-wildfarbig (383 Punkte).

Drittplazierter in dieser Kategorie wurde Ansgar Hellerberg auf Bantam Schwarz mit ebenfalls 383 Punkten; er erhielt für diese Leistung einen Glaspokal.


Das beste Tier in der Gruppe "Hühner" stellte Bianka Gehlert mit der Käfig-Nr. 38, Kastilianer schwarz, mit V 97.

Den Preis für das beste Tier in der Gruppe "Zwerghühner" erhielt Stephan Ohlendorf auf Bantam weiß-schwarzcolumbia (V 97, Käfig-Nr. 57).

Die Zuchtgemeinschaft Braun & Guse setzte auf Japanische Legewachteln und stellte ein ansehnliches Lot an herausragenden Tieren. Für das beste Tier bei den Jap. Legewachteln erhielt die ZG eine Auszeichnung auf Käfig-Nr. 95 (V 97, Farbschlag silber-wachtelfarbig).

 

Das beste Tier (Hühner) in der Jugendgruppe stellte Jan Weckmüller mit der Käfig-Nr. 112, Sundheimer weiß-schwarzcolumbia (HV 96). Hierfür erhielt er die LV-Medaille in Gold. Außerdem erhielt Jan eine Auszeichnung für die am höchsten bewertete Jap. Legewachtel in der Jugendgruppe (Käfig-Nr. 129, Farbschlag wildfarbig, sg 94).

Das zweitbeste Tier (Hühner) in der Jugendgruppe zeigte der Jungzüchter Aurelius Winkler, der mit der seltenen Rasse Ramelsloher weiß ebenfalls die Note HV 96 mit nach Hause nehmen konnte (Käfig-Nr. 116). Hierfür erhielt er die LV-Medaille in Silber.

 

Ausgezeichnet wurden außerdem die besten Tiere in den Käfigen Nr. 40 bis 109:

Käfig-Nr. 47, Bantam schwarz, V 97, Züchter und Aussteller: Ansgar Hellerberg, sowie

Käfig-Nr. 81, Jap. Legewachtel wildfarbig, V 97, Züchter und Aussteller: ZG Braun & Guse.

 

Insgesamt konnten zudem 12 E- und 24 Z-Preise vergeben werden.

 

Gesondert ausgezeichnet wurden die ausstellenden Zuchtbuch-Züchter:

ZG Braun & Guse auf Jap. Legewachteln braun-wildfarbig (V 97, Käfig-Nr. 89);

Armin Six auf Zwerg-Houdan schwarz-weißgescheckt (sg 95, Käfig-Nr. 72);

Bianka Gehlert auf Kastilianer schwarz (HV 96, Käfig-Nr. 34).

 

Sonder-Ehrenpreise erhielten zudem die Züchter seltener Hühnerrassen in den unterschiedlichen Gefährdungsstufen (s. Rote Liste gefährdeter Nutztierrassen, Hrsg. Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung, Stand: September 2025):

Stufe I: Armin Six auf Zwerg-Houdan schwarz-weißgescheckt, auf Käfig-Nr. 73;

Stufe II: Aurelius Winkler auf Ramelsloher weiß, auf Käfig-Nr. 118;

Stufe III: Aurelius Winkler auf Augsburger schwarz, auf Käfig-Nr. 123.

 

Bildnachweis: Privat